Übergänge

Bei den Überlegungen zu unserem Jahresmotto für das Jahr 2022 sind wir dem Thema Übergänge begegnet.

Aus unserer Sicht befinden wir uns an vielen Stellen im gesellschaftlichen Leben in einer Zeit der Übergänge:

- Nach der Bundestagswahl im September 2021 steht uns ein Übergang zu einer neuen Bundesregierung bevor. Was wird anders werden? Werden die großen Themen Klimaschutz, Armut, Stärkung der Kinder und so weiter endlich konsequent angepackt? Was bringt uns die neue Ampelmischung?

- Die Corona Pandemie bestimmt weiterhin große Bereiche unseres Lebens – auch hier beobachten wir eine Übergangsherausforderung: Wie können wir es im Kleinen, aber auch im Großen schaffen, eine neue Wirklichkeit mit dem Virus zu erfinden und zu konstruieren? Wie gelingt der Übergang in eine neue Normalität, in der der Fokus wieder auf das gelegt wird, was alles geht und nicht so sehr auf das, was alles nicht geht? Wie können wir auch die Skeptiker:innen und Zweifler:innen davon überzeugen, dass die Impfung der momentan einzige Weg ist, um den Übergang in eine Welt, in der wir gut mit dem Virus leben können, ist?

Das Klima befindet sich in einer Übergangsphase, die katastrophale Folgen bereithält – welchen Übergang müssen wir  hinkriegen, damit das Überleben wahrscheinlicher wird? Wovon müssen wir uns verabschieden, wo müssen wir Ressourcen sparen und uns einschränken? Was können wir auch gewinnen?

Neben all diesen großen Themen, die wir – teils neugierig, teils sehr besorgt – beobachten, steht vermutlich jede:r von uns in seinem individuellen Leben oftmals vor Übergängen: Übergänge im Berufsleben, Übergänge in Beziehungen, familiäre Übergänge, individuelle Übergänge beim Älterwerden und vieles mehr…

Diese und andere Fragen wollen wir in 2022 in den unterschiedlichen Fortbildungsveranstaltungen, Workshops, Fachtagen und anderen Veranstaltungen thematisieren und diskutieren.

Wir freuen uns und wünschen allen einen guten Übergang ins neue Jahr 2022, welches auch im PPSB den ein oder anderen Übergang für uns bereit halten wird.

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Vergangene Motti:

Motto 2021: Begegnungen

In diesem Jahr erschien es uns schon fast zwangsläufig, dass wir "Begegnungen" zum Motto machen. Seit März 2020 müssen wird uns mit Corona beschäftigen. Wir waren und sind darauf angewiesen unsere Formen der Begegnungen immer wieder zu hinterfragen. Social distancing, also die räumliche Distanzierung,  fügte sich in unseren Wort- und Erfahrungsschatz ein. Digitale Begegnungen wurden ein wichtiger Bestandteil unseres Miteinanders. 

Corona hat unsere Möglichkeiten der Begegnungen vehement verändert. Was sind die Folgen daraus?

Wie verändern sich unsere Beziehungen und Freundschaften?

Wie verändert sich Lernen?

Was wurde möglich und was wird verhindert?

Das sind nur drei von vielen Fragen, die uns bereits im letzten Jahr beschäftigt haben, die uns aber auch in diesem Jahr weiter beschäftigen werden. Wir entwickeln gerade ein Positions- und Disksussionspapier zu den Auswirkungen, die ein massiver Einsatz von Onlinefortbildungen und Supervisionen in unseren Arbeitsfelden und im Kontext von systemischem Denken mit sich bringt.

In Kooperation mit SyDen e.V. planen wir zwei Veranstaltungen zum Thema Begegnungen. Am 19.06.2021 “Räume der Begegnung” und am 20.09.2021 eine Veranstaltung zum Thema „Lebensräume”.

Motto 2020: Wir sind alle komisch? Für Vielfalt und gegen Populismus

In Zeiten erstarkender rechter Gesinnung, Stammtischparolen und Präsidenten, deren Interesse es ist, demokratische Prozesse zu begrenzen und statt dessen ihre eigene Meinung zum einzig richtigen Blickwinkel erheben, ist es wichtig Vielfalt zu pflegen, zu fördern und zu kultvieren.

„Wir sind alle komisch.“ Ein Satz von Sumaya Farhad-Naser, die 2019 im SyDen Arbeit in der Westbank vorgestellt hat, brachte uns stark ins Nachdenken. Die Annahme, dass alle Menschen verschieden sind und alle Menschen unverständliche, und dadurch mitunter komische, Anteile in sich tragen, entsprich ganz und gar einer systemischen Sichtweise auf die Welt. Oft fokussiert sich unser Blick auf die eigene Befremdung durch das Wahrnehmen von Unterschieden. Mit ein wenig Abstand wird klar, dass wir alle gegenseitiges befremden hervorrufen, mal mehr und mal weniger. Statt in Angst zu verfallen könnten wir diese Beobachtungen auch als komisch bewerten. Nicht im Sinn von lächerlich, sondern in der Wortbedeutung von „seltsam, sonderbar und mit jemandes Erwartungen, Vorstellungen nicht in Einklang zu bringen“. Eine Sicht, die neugierig macht, die das Fragen ermöglicht und ein miteinander in den Mittelpunkt rückt ohne Gleichmacherei.

In Kooperation mit dem SyDen e.V.  haben wir für dieses Jahr wieder Plattformgespräche geplant. Die Termine sind sowohl auf der PPSB-Hamburg, wie auch auf der SyDen Homepage zu finden.

Motto 2019: Wer sind wir? Gesellschaft und Utopie 

Positionierungen sind wichtig und erforderlich, um unsere Kund_innen bei Ihren Fragen zu unterstützen. „Komisch“ kann hilfreich sein, um Widersprüche zu kennzeichnen und neue Lösungswege anzuregen.

Der Ansatz des PPSB-Hamburgs ist es, sich neben methodischen und systemtheoretischen Themen auch zu gesellschaftspolitischen Fragen auszutauschen und es zu wagen, Positionen einzunehmen. Viele aktuelle Fragen sind komplex und als Systemiker_innen gehen wir davon aus, dass es die eine Wahrheit nicht gibt. Es ist unsere Überzeugung, dass durch Kommunikation neue Ideen entstehen können oder sich Positionen stabilisieren. Durch Unterschiede, gegenseitige Anregungen und Austausch werden die eigenen Überzeugungen und Unsicherheiten greifbarerer, Entwicklung ist möglich. Auch wenn wir in 30 Jahren vielleicht denken, „oh weh, was habe ich damals nur vertreten“ fühlen wir uns damit immer noch wohler als mit dem Gedanken „ich hätte besser aktiver sein sollen“. In diesem Sinne freuen wir uns auch in 2019 auf Diskussionen, Gedankenexperimente und Mut zur Meinung.   

Motto 2018:  „Wer bin ich? – Herausforderung Identitäten“

Darunter waren Aspekte wie „Gender als Konstruktion“ und „Kulturelle Identitäten“ in Bezug auf die eigene Biographie und Identität.