Wer sind wir? Gesellschaft und Utopie 

Der Ansatz des PPSB-Hamburgs ist es, sich neben methodischen und systemtheoretischen Themen auch zu gesellschaftspolitischen Fragen auszutauschen und es zu wagen, Positionen einzunehmen. Viele aktuelle Fragen sind komplex und als Systemiker_innen gehen wir davon aus, dass es die eine Wahrheit nicht gibt. Es ist unsere Überzeugung, dass durch Kommunikation neue Ideen entstehen können oder sich Positionen stabilisieren. Durch Unterschiede, gegenseitige Anregungen und Austausch werden die eigenen Überzeugungen und Unsicherheiten greifbarerer, Entwicklung ist möglich. Auch wenn wir in 30 Jahren vielleicht denken, „oh weh, was habe ich damals nur vertreten“ fühlen wir uns damit immer noch wohler als mit dem Gedanken „ich hätte besser aktiver sein sollen“. In diesem Sinne freuen wir uns auch in 2019 auf Diskussionen, Gedankenexperimente und Mut zur Meinung.   

In 2018 haben wir uns mit dem Thema „Wer bin ich? – Herausforderung Identitäten“ beschäftigt. Darunter waren Aspekte wie „Gender als Konstruktion“ und „Kulturelle Identitäten“ in Bezug auf die eigene Biographie und Identität. Nach den interessanten und wichtigen Selbstreflexionsanreizen möchten wir in 2019 das „Wir“ in den Blick nehmen. Wenn wir auf unsere Gesellschaft und auf die Welt schauen sehen wir vieles, was wunderbar ist und wir beobachten Entwicklungen, die uns nachdenklich, wütend oder ängstlich machen. Unser Blick soll in Richtung gesellschaftliche Zukunft gehen. Wenn wir uns in 30 Jahren wiedertreffen und zufrieden sind mit der Entwicklung der Welt, was würde ein jede_r wohl erzählen?

Bei der Jubiläumsfeier „30 Jahre PPSB-Hamburg“ am 05.04.19 haben wir deshalb unter anderem Phillip Kovce eingeladen, der uns etwas vortragen wird zum Thema „Grundeinkommen als Machtverteilung und als Selbstbestimmungsinitiative“. Wir sind gespannt, ob und wie das bedingungslose Grundeinkommen, eine Chance für mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit sein kann.

In Kooperation mit dem SyDen e.V.  haben wir für dieses Jahr viermal die Plattform geplant. Ein Format, das einlädt sich mit Themen wie Demokratie, die Welt unserer Enkel oder aktuelle Politik zu beschäftigen. Die Termine sind sowohl auf der PPSB-Hamburg, wie auch auf der SyDen Homepage zu finden.

Wir wollen uns einmischen in die Diskurse über das KJHG und über Kinderschutz. Wir wollen das PPSB-Hamburg auf umweltverträglichere Praktiken untersuchen und entsprechend Dinge verändern. Ein Ziel wird es zum Beispiel sein, den Papierverbrauch einzuschränken. Auch wenn nicht alles gehen wird, so sind wir der Überzeugung, dass jede Veränderung nützlich ist. Ganz in Erinnerung an eine Wurzel des systemischen Denkens, der Chaostheorie, denken wir: „Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien kann in Texas einen Tornado auslösen.“