Wir sind alle komisch? Für Vielfalt und gegen Populismus

In Zeiten erstarkender rechter Gesinnung, Stammtischparolen und Präsidenten, deren Interesse es ist, demokratische Prozesse zu begrenzen und statt dessen ihre eigene Meinung zum einzig richtigen Blickwinkel erheben, ist es wichtig Vielfalt zu pflegen, zu fördern und zu kultvieren.

„Wir sind alle komisch.“ Ein Satz von Sumaya Farhad-Naser, die 2019 im SyDen Arbeit in der Westbank vorgestellt hat, brachte uns stark ins Nachdenken. Die Annahme, dass alle Menschen verschieden sind und alle Menschen unverständliche, und dadurch mitunter komische, Anteile in sich tragen, entsprich ganz und gar einer systemischen Sichtweise auf die Welt. Oft fokussiert sich unser Blick auf die eigene Befremdung durch das Wahrnehmen von Unterschieden. Mit ein wenig Abstand wird klar, dass wir alle gegenseitiges befremden hervorrufen, mal mehr und mal weniger. Statt in Angst zu verfallen könnten wir diese Beobachtungen auch als komisch bewerten. Nicht im Sinn von lächerlich, sondern in der Wortbedeutung von „seltsam, sonderbar und mit jemandes Erwartungen, Vorstellungen nicht in Einklang zu bringen“. Eine Sicht, die neugierig macht, die das Fragen ermöglicht und ein miteinander in den Mittelpunkt rückt ohne Gleichmacherei.

In Kooperation mit dem SyDen e.V.  haben wir für dieses Jahr wieder Plattformgespräche geplant. Die Termine sind sowohl auf der PPSB-Hamburg, wie auch auf der SyDen Homepage zu finden.

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Vergangene Motti:

Motto 2019: Wer sind wir? Gesellschaft und Utopie 

Positionierungen sind wichtig und erforderlich, um unsere Kund_innen bei Ihren Fragen zu unterstützen. „Komisch“ kann hilfreich sein, um Widersprüche zu kennzeichnen und neue Lösungswege anzuregen.

Der Ansatz des PPSB-Hamburgs ist es, sich neben methodischen und systemtheoretischen Themen auch zu gesellschaftspolitischen Fragen auszutauschen und es zu wagen, Positionen einzunehmen. Viele aktuelle Fragen sind komplex und als Systemiker_innen gehen wir davon aus, dass es die eine Wahrheit nicht gibt. Es ist unsere Überzeugung, dass durch Kommunikation neue Ideen entstehen können oder sich Positionen stabilisieren. Durch Unterschiede, gegenseitige Anregungen und Austausch werden die eigenen Überzeugungen und Unsicherheiten greifbarerer, Entwicklung ist möglich. Auch wenn wir in 30 Jahren vielleicht denken, „oh weh, was habe ich damals nur vertreten“ fühlen wir uns damit immer noch wohler als mit dem Gedanken „ich hätte besser aktiver sein sollen“. In diesem Sinne freuen wir uns auch in 2019 auf Diskussionen, Gedankenexperimente und Mut zur Meinung.   

Motto 2018:  „Wer bin ich? – Herausforderung Identitäten“. Darunter waren Aspekte wie „Gender als Konstruktion“ und „Kulturelle Identitäten“ in Bezug auf die eigene Biographie und Identität.