Fachtag zum Thema "Organisationsberatung und -entwicklung" am 02.03.2020

Einmal im Jahr möchten wir in einem Fachtag Themen in den Blick nehmen, die für Supervision und Organisationsberatung Bedeutung haben oder haben werden. 

In diesem Jahr: 

Digitalisierung und Robotisierung und deren Auswirkung in der sozialen Arbeit

Am 02.03.20 kommt Philip Kovce zu uns und diskutiert mit uns über die Auswirkung der anstehenden Digitalisierung und Robotisierung und wird uns seine Ideen vorstellen, was das alles mit der Entwicklung unserer Gesellschaft zu tun hat. Bei Wikipedia wird sein Werdegang wie folgt beschrieben: „Er  studierte Wirtschaftswissenschaften, Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis an der Universität Witten/Herdecke sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Bereits während seines Studiums schrieb er für die Zeit, die Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie die Süddeutsche Zeitung. Er ist Alumnus der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie des Studienkollegs zu Berlin, forscht an der Wittener Seniorprofessur für Wirtschaft und Philosophie sowie am Basler Philosophicum und gehört dem Think Tank 30 des Club of Rome an. Kovce lehrte außerdem an der Berliner Universität der Künste und engagiert sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen.“

Da wir als Systemiker_innen dem Club of Rome viele gute und hilfreiche Gedanken verdanken und Philip Kovce uns schon vor einem halben Jahr auf der Jubiläumsveranstaltung des PPSB begeistert hat mit seinen Überlegungen zum bedingungslosen Grundeinkommen, freuen wir uns sehr über seine Zusage zu dieser Veranstaltung.

Unsere Welt ist Digitalisierungsprozessen und den damit verbundenen Automatisierungen in der Maschinenwelt also Robotisierung ausgesetzt.

Stephen Hawking sprach sinngemäß „von einer immer dominanteren Präsenz“ des Computers, die mit seiner Übernahme der Herrschaft schon Mitte dieses Jahrhunderts enden könnte. Viele einflussreiche Wissenschaftler sind sich einig, es wird den intelligenten Computer schon bald geben und dieser wird schnell auf die Idee kommen, dass der Mensch viele Fehler macht. Bleibt abzuwarten, wie er dann entscheidet.

Maschinen übernehmen als Roboter in allen Bereichen der Berufswelt vielfältige Aufgaben. Sie machen schwere Arbeiten, haben riesige Fortschritte in der Medizin ermöglicht, lassen uns zum Mond und weiterfliegen und und und.

Daten können nicht gesichert werden sobald sie erhoben sind. Dies ist auch eine vielfach kommunizierte Annahme unter kritischen Informatiker_innen. Hacker zeigen uns wie schnell Daten in den öffentlichen Raum wechseln und dann für jeden Missbrauch Tür und Tor geöffnet ist.

Diese Veränderungen von Arbeit und Kommunikation ist auch damit verbunden, dass der Zusammenhang von Arbeit und Sinn sich verändert. Im Kontext sozialer und gesundheitlicher Aufgaben sowie im Bildungsbereich setzt dieser Prozess ebenfalls immer neue Entwicklungen in Gang. So sind etwa der Pflegeroboter mit einer netten sympathischen Stimme und die Freizeitanimateurin Alexa von Amazon in den Wohnzimmern bereits angekommen und gesellschaftlich akzeptiert.

Wir haben uns zu dieser Veranstaltung entschieden, als wir die immer stärker werdende Diskussion im Sozial- und Gesundheitsbereich über eine computergestützte Diagnostifizierung wahrgenommen haben. Mir ist ein Satz eines Sozialplaners aus den 90ger Jahren noch in Erinnerung: „Liebe Kolleg_innen sie müssen lernen menschenunabhängiger zu denken“. Dieser Sozialplaner wird trotz seines mittlerweile hohen Alters sicher hoch erregt und voller Freude über die aktuellen Fantasien in der Entwicklung „menschenunabhängiger“ Verfahren sein. Wir werden noch viele Diskussionen mit Menschen, die ohne eine die Beziehung tragende, humanistische Grundhaltung über soziale Strukturen und Hilfemaßnahmen nachdenken wollen, führen müssen. 

Wir denken es ist wichtig an dieser Stelle mit Ihnen/Euch ebenfalls in die Diskussion einzusteigen und einen klaren Standpunkt zu beziehen, bevor unsere Arbeit durch Computerprogramme klassifiziert wird. Individuelle Hilfemaßnahmen erfordern von Empathie geleitete Sozialpädagog_innen, um in Kooperation mit den hilfesuchenden Menschen im Dialog Lösungen zu entwickeln.

Wir werden uns bei einem kleinen Imbiss und Infoaustausch eingrouven. Im Anschluss wird 

Philip Kovce die Diskussion mit einem Input anregen. Nach einer kurzen Pause werden wir an einer eigenen Standortbestimmung arbeiten.

Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Führungskräfte und Kolleg_innen aus dem sozialen und gesundheitlichen Kontext und an alle anderen interessierten Menschen, die sich mit der Zukunft auseinandersetzen und kreativ Einfluss nehmen wollen.

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Ort:
PPSB-Hamburg, Max-Brauer-Allee 100, 22765 Hamburg
Termin:
02.03.2020
Uhrzeit:
15.00 - 19.00 Uhr
Kosten:

40 Euro

20 Euro TN unserer Langzeitfortbildungen

10 Euro für Mitglieder von SyDen e.V..

Anmeldung:

Anmeldeschluss ist der 15.02.2020.

Bitte melden Sie sich mit dem Anmeldeformular  per Email, Fax oder Post an.