Selbsterfahrung – Reflexion 360°

Workshop Selbsterfahrung – Reflexion 360°

Eine Reflexion der eigenen Person ist in zweierlei Hinsicht sinnvoll.
Zum einen ist jeder Mensch permanent in Veränderung. Immer wieder gilt es, sich den verändernden Herausforderungen des Lebens zu stellen und dabei einen passenden Weg zu finden. 
Zum anderen spielen in der Arbeit mit Menschen  das eigene Wertesystem und individuelle Überzeugungen immer eine Rolle. Eine Reflexion der eigenen Haltung ist wichtig, um sich zu positionieren und sensibel mit den eigenen Reaktionen umzugehen.

Wir bieten  zu verschiedenen Themenschwerpunkten Selbsterfahrungsworkshops an.

Zentral ist die Reflexion der eigenen Person:
  • auf der Ebene der Gefühle 
  • mit Blick auf innere Leitsätze
  • hinsichtlich Ressourcen und Herausforderungen aus der Familiengeschichte
  • in der Dynamik und Wechselwirkung mit anderen Systemen 

Die Selbsterfahrungsworkshops werden von systemischen Lehrenden durchgeführt und können bei systemischen Langzeitfortbildungen (z.B. Systemische Beratung und Therapie) anerkannt werden. Wenn Sie nicht Teilnehmer_in einer Fortbildung des PPSB-Hamburg sind, sprechen Sie dies bitte vorher mit Ihrem Institut individuell ab. 

Alle Für alle Menschen, die in ihren Arbeitszusammenhängen mit Menschen arbeiten, ist es aus unserer Sicht hilfreich, sich mit eigenen Leitsätzen und Strategien auseinanderzusetzen. Wir möchten einen konstruktiven Rahmen dafür bieten.

Gefühle und innere Leitsätze

Gefühle sind höchst individuelle Gebilde, die durch die persönliche Lebensgeschichte geprägt sind. Unser Umgang mit bestimmten Gefühlszuständen ist durch spezifische (Lern-)Erfahrungen gefärbt und läuft nach individuellen Mustern ab. Jeder Mensch blickt auf eine ganz eigene „Gefühlsbiografie“ oder „Gefühlsgeschichte“ zurück. In dieser spiegeln sich die Begegnungen wider, die ein Mensch im Laufe eines Lebens mit Gefühlen hat und die inneren Leitsätze und spezifischen Reaktionsmuster, die sich aus diesen Begegnungen entwickeln. Wird ein Kind beispielsweise in eine Familie geboren, in der es ein hohes Gut ist, seine Gefühle deutlich zu zeigen, so wird ein als Angst beschriebener Affekt möglicherweise positiv konnotiert und das Sichtbar werden dieses Gefühls gelobt. Daraus könnte sich dann ein innerer Leitsatz entwickeln wie „Wenn ich meine Angst zeige, werde ich gesehen und mir wird geholfen.“. An diesen schließt sich dann ein in Begegnungen mit anderen offensiver Umgang mit dem Gefühl Angst an. Dies ist natürlich auch andersherum denkbar. Wird einem Kind (oder einem Erwachsenen) suggeriert, dass Angst ein Gefühl ist, dass man besser nicht zeigt und wird das Zeigen dieses Affektes negativ bewertet (oder ist gar gefährlich), könnte ein innerer Leitsatz entstehen wie „Indianerherz zeigt kein Schmerz“ und im Kontakt mit anderen wird Angst nicht sichtbar gemacht. Diese beiden hier vereinfacht beschriebenen „Gefühlsgeschichten“ sind das Ergebnis von Reaktionen eines Menschen auf die unmittelbaren Umstände, in denen seine Gefühle aktiv werden und sie helfen ihm, mit der Komplexität der Welt umzugehen und sein Überleben in dieser zu sichern.

Wird ein solches „Gefühlschema“ jedoch als problematisch und blockierend erlebt, ist es wichtig, die „Gefühlsempfindung“ in Verbindung mit der individuellen „Gefühlsgeschichte“, den mit dieser verbundenen inneren Leitsätzen und Reaktionsmustern genauer zu betrachten. So wird eine Unterbrechung dieser Muster und ein neues Kapitel im Buch „Mein Umgang mit meinen Gefühlen“ ermöglicht.

In unserem zweitägigen Workshop bieten wir den Teilnehmer_innen die Möglichkeit, ihren Gefühlen neu zu begegnen, mit sich und mit anderen einen Dialog zu eröffnen, um ihre individuelle Gefühlsnarration, ihre ganz persönlichen „Gefühlsleitsätze“ zu reflektieren und ihre Möglichkeiten im Umgang mit als unangenehm erlebten emotionalen Reaktionsmustern zu erweitern.

Tag 1: Schwerpunktthema „Meine Gefühle“
Mit Hilfe unterschiedlicher Methoden begegnen die Teilnehmer_innen entweder einem aktuell im Mittelpunkt stehenden Gefühl oder aber einem wiederkehrenden emotionalen Reaktionsmuster.

Tag 2: Schwerpunktthema „Innere Gefühlsleitsätze“
Die individuellen Leitsätze der Teilnehmer_innen sollen besonders in den Blick genommen werden: Welche Leitsätze erkenne ich für mich? Wofür sind diese hilfreich? Wo eher hinderlich? Welche neuen Leitsätze möchte ich eventuell entwickeln? Und was brauche ich dafür?

Termin:

03. und 04.11.2018

Zeit:

jeweils 9.00 bis 16.30 Uhr

Ort:

PPSB-Hamburg

Preis:

185,00 €; Fortbildungsteilnehmer_innen des PPSB: 150,00 €

Referentin:

Maren Sagebiel

Abschluss:

Teilnahmebescheinigung
Der Workshop wird als Selbsterfahrung für die Fortbildungen "Systemische Beratung" und "Systemische Therapie" anerkannt (20 UE).

Anmeldung:

Bitte melden Sie sich mit dem Anmeldeformular per Email, Fax oder Post an.